aus dem yachtrevueforum….

ist von einem forumsteilnehmer – und eine absolut richtige aussage, ich kopiers mal – sollte sich jemand beschweren, einfach sagen…

no1special
Leichtmatrose
Leichtmatrose

Anmeldungsdatum: 09.07.2007
Beiträge: 158
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Sa 01 Dez 2007 13:05 Titel: Antworten mit Zitat

Drei Fragen an alle Anwesenden:

1.) Ist hier irgendjemand, der behauptet, er hat in einer Segelschule SEGELN gelernt? Ich persönlich habe im Zuge meiner Ausbildung gelernt, ein Boot in Ehren zu bedienen und halbwegs sicher von A nach B zu finden. Aber mal ehrlich: Ist das schon segeln?

2.) Ist hier irgendjemand, der oder die ruhigen Gewissens behaupten kann, als frisch gebackener B-Schein-/FB2-Inhaber ein vollwertiger Skipper gewesen zu sein? Und das frag ich jetzt mal völlig unabhängig von der Zahl der Meilen im Nachweis, Logbuch, whatever.
(Als ich zum B antrat, hatte ich 1200 Meilen beieinander, und davon 500 sehr anspruchsvolle als Navigator an der schottischen Westküste, aber ich würde nicht behaupten, dass ich damals was vom Segeln wusste.)

3.) Aus diesem individuellen Erfahrungshorizont beantwortet bitte Frage 3: Ist die hier heiss geführte Debatte nicht im wahrsten Sinn des Wortes eine SCHEIN-Debatte?
Wenn man fleissig ist und der Skipper einen lässt, kann man nach 500 Meilen halbwegs gradeaus fahren, einen Leuchtturm identifizieren und anpeilen und wahrscheinlich nicht in jeder Lage beim ersten approach zerstörungfrei anlegen. Nach 1000 Meilen kann mans wahrscheinlich noch immer nicht. Und die erste charakterbildende Survival-Situation erlebt man vielleicht nach 100 Meilen, vielleicht nach 7500 und vielleicht nie.
Also: Ich es nicht in Wirklichkeit sch++++egal, welche virtuelle Meilenzahl man in eine Prüfungsordnung schreibt? Führt zu Frage

4.) Wäre es nicht viel, viel wichtiger, ein neues standardisiertes, praxisorientiertes Ausbildungspaket zu schnüren, das den Azubis die harte Realität nahe bringt? Und damit meine ich: ISAF Sicherheitstraining als Teil der Theorie-Ausbildung. Ein Brandbekämpfungs-Seminar bei der Feuerwehr als Teil der Theorie-Ausbildung. Ebenso wie einen Nachmittag lang jeweils 10 Minuten Intelligenz- und Koordinationstests machen, eine Dose Bier trinken, nächste Testrunde, nächstes Bier, nächste Testrunde und dann die Resultate besprechen, damit die Leute mal sehen, wie übel sich Alk und Meerwasser vertragen. Ein Nachmittag Motor zerlegen und wieder zusammenbauen (zumindest Impeller, Keilriemen, Glühkerzen samt Entlüften beim Diesel und Vergaser bei einem Aussenborder) als Teil der Theorieausbildung. Und Lecksuche und -bekämpfung und das an Bord Bringen eines 100 Kilo-Objekts im Seegang als Teil der Praxisprüfung.

Mit anderen Worten: Ich glaube, das ÖSV Prüfungsreferat mit toten Katzen zu bewerfen ist angebracht, aber in diesem Thread hier wird es aus den falschen Gründen getan. Mit der Einladung zum Widerspruch…
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Changes in latitude, changes in attitude.

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Datum: Samstag, 1. Dezember 2007 14:49
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