ein echt gutes zitat…

aus dem yachtrevueforum – ich muss das posten, erstens weils mir echt gut gfallt und zweitens damit ichs nicht vergess:

o Tatsächliche Seefahrt heisst, zum Garderobehaken zu treten, dort feierlich für die Dauer der Ausfahrt sein Leben abzugeben, im Tausch dafür einen Friesennerz anzuziehen und hinauszufahren. Vielleicht, um einen erbärlich kargen Lebensunterhalt zu verdienen. Vielleicht, um vor irgendwas davonzulaufen. Vielleicht auch, um seine eigene letzte Grenze zu suchen: „Hier bin ich, Große Grüne Mutter. Ich bin klein, ich bin schwach, ich bin langsam. Ich hab nichts als diese zwei Hände und mein Hirn. Und schau, unter meinen Füßen hab ich diese Nussschale. Ich hab gesorgt, dass sie dicht ist, ich hab gesehen, dass sie stark ist, ich hab sie so ausgerüstet, dass mir auf ihr nichts fehlt. Aber ich kann tun, was ich will, Grosse Grüne Mutter: Wenn Du es zulässt, werde ich morgen den Sonnenaufgang erleben dürfen. Wenn nicht, dann nicht. Und wenn Du beschliesst, mich zu töten, werde ich kämpfen bis zum Umfallen, für mich und meine Kameraden hier an Bord, aber irgendwann ergebe ich mich dann wohl in mein Schicksal und sterbe, während ich dass tue, was ich liebe.“

o Das hat nix mit Todessehnsucht zu tun, sondern ist der demütige Realismus, ohne den niemand auf einen hohen Berg steigen, ins ewige Eis oder die Wüste ziehen oder zur See gehen sollte.

o Es ist auch keine Einladung zum Leichtsinn, im Gegenteil. – Wer mal eine Welle gesehen hat, die höher ist als die zweite Saling, wird verstehen, was ich meine.

o Es ist vielmehr ein Appell, sich zu befreien. Von einem Netz, das sich in jedem Lebensbereich jeden Tag enger um uns zuzieht: Vorschriften, Verbote, Lizenzen, Befähigungsnachweise, Gebühren, Richtlinien, Empfehlungen und Warnungen des Gesundheitsministers.

o All dieser erstickende Junk wird gefüttert von der dummen Illusion, dass das Leben nicht endlich ist. Und von der frechen Lüge, dass man jede Gefahr ausschließen kann, wenn man nur genug Vorschriften erfindet. Und er ist die einzige Geldquelle für gierige, blutlose, intrigante Lemuren: Politiker, Beamte, Verbände, Interessengruppen, Lobbyisten…

o Der Lohn einer allfälligen Befreiung davon ist ein Leben buchstäblich ohne Netz. Der Preis eines solchen Lebens ist das Risiko. Oder besser: Das schlagartig eintretende Bewusstsein des Risikos.

o Denn Todesgefahr ist in Wirklichkeit allgegenwärtig: Sterben kannst Du auch in Disneyland. Erstickt an einem Hamburgerbissen, einen komischen Hut auf und eine gechipte Plastikkarte um den Hals hängen. In Seestiefeln und einem zerrissenen Friesennerz würdest Du würdevoller hinüber auf die andere Seite gehen, Kumpel. Aber das ist Deine individuelle Entscheidung.

Einladung zum Reindenken. Ich geh mich jetzt ausnüchtern.

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Datum: Donnerstag, 4. September 2008 7:20
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